Posts mit dem Label Review werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Review werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 1. April 2010

Adolar - Schwörende Seen, Ihr Schicksalsjahre!


Posthardcore + Indie + Pop + Emo = "Schwörende Seen, Ihr Schicksalsjahre!"?
Das ist eine ziemlich gewagte These und auch wenn es beim ersten Hören so scheinen mag, geht diese, viel zu simple, Gleichung für Adolar ganz und gar nicht auf.

Mit "Schwörende Seen, Ihr Schicksalsjahre!" haben Adolar dieses Jahr ihr erstes Album auf ihrem Label "Unterm Durchschnitt" veröffentlicht.

Schon beim Opener "In Deiner Wohnung" wird schon irgendwie klar wofür Adolar zu stehen scheinen: Ehrliche Texte mit Tiefgang, irgendwo zwischen Herzschmerz, "nichtmehrkönnen" und trotzdem weitermachen. Auf und ab gehen quasi Hand in Hand - so ist das eben im Leben. Wenn es grad richtig schlecht läuft kann es quasi nur wieder besser werden und umgekehrt.

Der dritte Track "Mitnehmerrippe" ist dann auch bereits ein Paradebeispiel für die oben erwähnten Attribute der Band / des Albums.
"Mitnehmerrippe" beschreibt das Ende einer Beziehung - und wie es danach weitergeht bzw. weitergehen sollte - so schonungslos ernst und ehrlich wie vorher selten gehört.
Hier wird sich für nix geschämt und nichts scheint zu kitschig oder klischeehaft es kommt einfach verdammt ehrlich rüber. Einfach alles raus bzw. zulassen und jeder, der sowas bereits erlebt hat kann sich wohl irgendwie darin wiederfinden.
"Mir geht es auch schlecht /Jedes Mal, wenn ich dich so traurig sehe / Das mit dem Freunde bleiben ist gar nicht so einfach / Wenn die Gefühle so verschieden sind /Ich bin hier und du bist da /Mir fehlt alles, was wir waren".

Aber bei "Schwörende Seen, Ihr Schicksalsjahre!" geht es natürlich nicht nur um Herzschmerz. Der Prozess des "Erwachsenwerden" gehört auch zum Thema des Albums.
So kann es bei "Weltsehen" sehr schnell passieren, dass man in Melancholie verfällt, denn wie Sänger Tom anfängt zu singen kann einen schon ergreifen. Außerdem kennt das wohl irgendwie jeder: Man setzt sich gewissen Ziele und will dieses und jenes unbedingt mal tun. Im Laufe der Zeit muss man jedoch feststellen, dass das alles nicht so recht zu klappen scheint und die Träume und Wünsche auf der Strecke zu bleiben scheinen.

So beschissen und traurig das jetzt alles klingel mag scheint es doch immer wieder einen Ausweg zu geben und man hört die Hoffnung aus den Lieder heraus.

"I HEARD IT WAS FUN / LIKE A STORY TO TELL / SO LET'S DANCE,DANCE,DANCE!"

Was den Sound des Albums angeht lassen sich Adolar keineswegs in irgendwelche Schubladen stecken oder in Schranken weisen; So sind in den Liedern mal Orgeln und mal Synthesizer zu hören. Es wird gesungen, geschrien und gesprochen. Was sich aber wie ein roter Faden durch das Album zieht ist das hervorragende Zusammenspiel der einzelnen Musiker und man merkt, dass sie ihre Instrumente verdammt gut beherrschen.

Auch ganz alltägliche Situationen können wie Silvester - "Kitt" - oder einen Abend mit Freunden - "Ich Bin Slide" - wissen Adolar musikalisch gekonnt umzusetzen und man fühlt sich fast als wäre man selbst dabei gewesen.


"Schwörende Seen, Ihr Schicksalsjahre!" ist also ein richtiges Wechselbad der Gefühle, ein Auf und Ab zwischen Verzweiflung, dem Erwachsen werden, Vergangenheitsbewältigung und Neuanfang ("Magdeburg"), "nichtmehrkönnen" und trotzdem weiter machen - weil alles andere einfach keinen Sinn hätte.


Aber vor allem ist es ein verdammt authentisches und ehrliches Album.




1. In Deiner Wohnung
2. Kitt
3. Mitnehmerrippe
4. Weltsehen
5. Chaise Absurde
6. Busfahrplan o.D.
7. Magdeburg
8. Ich Bin Slide
9. Sample Au-Pair
10. Tag im Teich

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Blacklisted - No One Deserves To Be Here More Than Me

Blacklisted - No One Deserves To Be Here More Than MeNoch 2008 haben Blacklisted mit „Heavier Than Heaven, Lonelier Than God” ein Hardcorealbum abgeliefert wie man es sich vorstellt. Ein Jahr später, 2009, haben die Herren aus Philadelphia ihren Nachfolger „No One Deserves To Be Here More Than Me“ via Deathwish veröffentlicht und was es dort zu hören gibt ist wohl alles andere als Hardcore(-Punk).

Donnerstag, 26. November 2009

Goldust - Noir

Nachdem Goldust 2008 ihr Debüt in Form von „Axis“ veröffentlichten haben sie dieses Jahr die Ep „Noir“ auf die Hörerschaft losgelassen.

„dont look back in anger when all you feel is hate“



Mit dieser Zeile beginnt “Aevum”, nach dem Intro „M“, der Müsteraner von Goldust und mit passenderen Worten kann man eine EP die man „Noir“ (franz. schwarz, dunkel) betitelt wohl nicht beginnen.

Bei „Noir“ herrscht, wie bereits bei „Axis“, eine düstere und teils verzweifelte Stimmung – so wie es bei deutschen Hardcorebands momentan angesagt zu sein scheint. Doch bei Goldust kommt dies, im Gegensatz zu Bands die aus U-18 Musikern bestehen, authentisch und nicht aufgesetzt rüber und so knallt dem Hörer, von der ersten Sekunde an, die Wut von Sänger Lars an den Kopf.
Recht schnell fällt auf, dass „Noir“ metalischer ausgefallen ist , war „Axis“ doch noch mehr eine Hardcoreplatte mit Metaleinflüssen - hat sich nun der Spieß rumgedreht.

Frontmann Lars weiß den „Stilwechsel“ jedoch gekonnt umzusetzen und steckt eine Menge Energie in die Songs und man kann regelrecht heraushören wie sehr er sich verausgabt. Wer bereits auf einem Konzert der Jungs war hat dies sicher auch schon einmal selbst gesehen, so scheint es fast immer so, als würde er sich den gesamten Auftritt über in einer Art Wahn/Trance befinden.

„Noir“ kommt ohne jeden technischen Schnickschnack aus, es geht einfach jeder Song schnell nach vorne. Einzig beim Intro zu „Caedas“ stehen die Instrumente im Vordergrund und im späteren Verlauf des Lieds gibt es ein schönes Gitarrensolo, über welches sich Metalfreunde freuen werden.

Goldust haben mit „Noir“ definitiv einen gelungenen „Nachfolger“ zu „Axis“ veröffentlicht und wissen so die Zeit, bis zum nächsten Full-Lenght, zu überbrücken. Einzig und allein die knappe Spielzeit von gerade mal 10 Minuten fällt negativ auf.

Goldust werden sicher auch bald bei den „Großen“ mitspielen – erinnert der Sound doch stellenweise sogar ein wenig an die Bostoner von Shipwreck – und beweisen selbst dem letzten Nörgler, dass es auch noch im deutschen Hardcore immer wieder gute Bands gibt.

"M"
"Aevum"
"Thorn II"
"Caedes"
"Rome"
"Crisis"


Montag, 16. November 2009

Eastpak Antidote Tour 2009

Eastpak Antidote Tour 2009E-Werk Köln, 13.11.09
Die Eastpak Antidote Tour lockte dieses Jahr mit einem interessanten Line-Up, bei dem für jeden etwas dabei sollte. Decken die vier Bands, The Ghost Of A Thousand, Four Strong, Alexisonfire und Anti-Flag doch so einige Genre ab. Am 13. November machte das Package dann auch in Köln halt und war bereits im Vorfeld ausverkauft. Als ich gegen 19:30 Uhr am Kölner E-Werk ankomme staune ich erstmal nicht schlecht – entgegen meiner Erwartung ist von einer langen Schlange nichts zu sehen und so geht es direkt in die warme Halle.


Mittwoch, 4. November 2009

Bane - Dublin, 11:58pm

Bane haben sich in Sachen Veröffentlichungen die letzten Jahre eher rar gemacht.
Liegt das letzte Album, „The Note“, doch bereits vier Jahre zurück und die letzte EP erschien 2006 in Form von „Ten Years Plus“.

Nun melden sich Bane jedoch im Rahmen ihrer „World Series“ mit 3 EPs zurück und den Anfang macht „Dublin, 11:58pm“.

Die Ep beginnt mit dem fulminanten Opener „The Bold And The Beautiful“.
Auf die Ohren gibt es von der ersten Sekunde an den gewohnten Bane-Sound den man von den Jungs gewohnt ist. So fordert Aaron Bedard dazu auf seine Chancen zu nutzen und stets das Beste aus sich heraus zu holen.
Frei nach dem Motto „Alles ist möglich“ ist der Song wohl einer der positivsten den man von Bane kennt – auch wenn die Songs in der Regel alle sehr positiv ausfallen.

„You’re the Rocky movie / you’re that Nike add!“


Bei „One Life To Live“ geht es fast Bane-Untypisch schnell zur Sache. Kennt man ein derartig schnelles Schlagzeug doch nur von den wenigsten Bane Songs.
Die Message bleibt jedoch die gewohnte, aus dem Titel leicht zu erratene: Jeden Moment vollkommen auskosten und sein Leben zu Leben.

„If there’s a Hell I’ll get there soon enough“


Der dritte und letzte Song der Ep – „The Young And The Restless“ – verläuft dann wieder ruhiger und erinnert stark an „End With An Ellipsis“ oder den großartigen „Swan Song“ vom 2006er Album „The Note".

„I will believe in dragons as long as I run with dragons”

„Dublin, 11:58pm" macht definitiv Lust auf Mehr und so kann man sich nur auf „Rome, 12:58am“ – die Zweite EP für 2009 (erscheint im Dezember) - und das, hoffentlich, baldige Release eines neuen Albums freuen.





1. The Bold And The Beautiful
2. One Life To Live
3. The Young And The Restless

Samstag, 25. Juli 2009

Allschools BirthdayBash Tag 1

Allschools hat zum 12-jährigen geladen und alle kommen.
Sebastian und ich kommen gegen 19:15 am, schon gut gefüllten, Kölner Underground an.
Da wir von drinnen bereits Musik hören holen wir uns schnell unsere Bändchen und dann geht’s rein.
Auf der Bühne befindet sich mit Glasses bereits der erste Act des Abends.
Positiv fällt sofort auf, dass neben dem Biergarten und schon drinnen einiges Los ist und die Leute die Gelegenheit nutzen alle Bands zu sehn, statt nur die großen des Abends zu bejubeln.
Das Set wird ohne große Ansagen runtergespielt und das Publikum beschränkt sich auf Kopfnicken und Fußwippen.
Glasses wissen jedoch zu überzeugen.

Da im Underground bereits so früh am Abend bekannte Temperaturen herrschen entschließen wir uns erstmal nach draußen zu gehen und etwas zu trinken.
Nach einer kurzen Erfrischung geht’s dann zurück zum Underground wo Kingdom, die zweite deutsche Band des Abends, bereits ihre letzten Songs zum Besten geben.

Nach einer kurzen Umbaupause betretet die Bostoner von Shipwreck A.D die Bühne und werden vom Publikum freundlich empfangen. Das Underground ist zu diesem Zeitpunkt schon fast voll. Zum ersten Mal kommt Bewegung im Publikum auf und textsichere Leuten nehmen ihren Platz vor der Bühne ein. Shipwreck machen ihre Sache verdammt gut und die Bewegung sollte bis zum Auftritt des Headliners Have Heart auch nicht einreißen.

Bevor Have Heart die Bühne entern dürfen sind jedoch erstmal die Belgier von Rise and Fall, die zusammen mit Shipwreck und Have Heart die vorrangegange Tour spielten, an der Reihe.
Wie schon zuvor bei Shipwreck sind einige textsichere Fans im Underground und die Leute werden sehr gut für Have Heart angeheizt.

Gegen 22:30 entern dann Have Heart die Bühne und das gesamte Underground ist sichtlich froh die Bostoner noch einmal bei ihrem letzten Deutschland Konzert erleben zu dürfen.
Ab den ersten Tönen des Openers Lionheart gibt es kein Halten mit und so ziemlich das komplette Unterstützt Sänger Pat Flynn beim Gesang. Aber auch so gibt es im Publikum kein halten mehr, Menschen fliegen durch die Gegend und alle flippen vollkommen aus – positiv ist aber zu vermerken, dass es den ganzen Abend über friedlich zugeht.
Das Set besteht aus fast allen Songs von „The Things We Carry“ und „Songs To Scream At The Sun“.
Die Zeiten zwischen den Songs nutzt Pat für sehr persönliche und emotionale Ansagen und man merkt, dass diese wirklich von Herzen kommen und es sich nicht um irgendwelche Phrasen handelt.
Leider weißt er auch darauf hin, dass nach den letzten Shows ein für alle mal Schluss sein wird und man nicht mit einer Reunionen Tour oder ähnlichem zu rechnen hat.

Gegen 23:20 verlassen sowohl Have Heart als auch ein mehr als zufriedenes Publikum das Kölner Underground. Der eine oder andere wird dies, so wie ich, mit einem lachenden und einem weinenden Auge tun, da man mit Have Heart wohl eine DER Hardcore Bands zum letzten Mal live erleben dürfte.

Tracklist Have Heart (ohne Reihenfolge):

- Lionheart
- Song of shame
- Something more than ink
- Pave paradies
- Armed with a mind
- Machinist
- Unbreakable
- Hard bark on the family tree
- Watch me sink
- on the bird in the cage
- same son
- bostons
- watch me rise
- no roses no skies


Bilder folgen.

Mittwoch, 15. Juli 2009

K.I.Z. - Sexismus gegen Rechts!



Vorneweg: Irgendwie ein Ding der Unmöglichkeit ne Review über K.I.Z. zu schreiben, wenn es schon schwierig ist irgendjemandem in einem Gespräch diese Gruppe näherzubringen oder einfach nur zu "erklären". Leute die mich seit Jahren kennen gucken mich teilweise einfach entsetzt an wenn sie die Musik das erste mal hören. Andererseits gibt es genug Leute in meinem Umfeld die absolut keinen HipHop hören und K.I.Z. feiern und mit uns auf den Konzerten abgehen. Wie ihr also grade merkt, ich bin ein absoluter Fan, was die ganze Sache nicht leichter macht eine Review zu schreiben die auch von "nicht Fans" verstanden wird. Aber trotz allem werde ich einfach mal mein bestes geben:


Lange hat es gedauert, wie auch schon beim letzten Album wurde das Releasedate des Albums einige Male verschoben, doch seit dem 11.07.2009 steht das neue Machwerk der 4 Berliner im Plattenregal (oder im Kofferraum). Und nach dem ersten durchhören der Platte war mir sofort klar: ...... ...... ..... Das ich keine Ahnung habe was ich davon halten soll. Ich habe mit jedem neuen Track auf einen Abrisstrack wie "Walpurgisnacht" gewartet und wurde irgendwie enttäuscht. Klar, "Einritt" und "Preisschild" gehen gut ab, und auch "Lass die Sau raus" wird Live für rumgepoge sorgen, aber Walpurgisnacht war eben einmalig, das Lied fanden Leute gut die K.I.Z. sonst verbieten würden, eine Hymne einfach. Aber bei Hahnenkampf hat es auch erstmal ne gewisse Zeit gedauert bis ich quasi alle Tracks gut fand. Deswegen lief Sexismus gegen Rechts auch die letzten Tage als Dauerbeschallung und inzwischen kann ich wirklich sagen K.I.Z. sind back. Als ich Thomas im Auto das erste mal n paar Tracks gezeigt habe kam dann auch die typische K.I.Z. Reaktion: Loslachen bei den blödesten Lines.

Deine Mama war nackt: Jabba the Hutt


Das Album folgt zu großen Teilen dem altbewährten K.I.Z. Prinzip: Absolut absurde, politisch inkorrekte, diskriminierende Texte die mal mehr und mal weniger offensichtlich mit Gesellschaftskritik und vor allen Dingen unglaublich viel Sarkasmus und Selbstironie gespickt sind. So widmet sich der Track "Rauher Wind" der wohl berechtigten Frage ob es einen Himmel für Banker gibt, denn auch die haben es wirklich schwer:

Meine Frau hat auch kein Job und ist trotzdem glücklich,
wann macht ihr Schmarotzer euch nützlich.


Theorethisch müsste ich das halbe Album zitieren um einen Eindruck zu vermitteln wie K.I.Z klingt, aber ich begnüge mich erstmal mit der für mich witzigsten Line:

Können wir sie ficken?
(Obama Sample)"YES WE CAN"


Allerdings gibt es auch eine erhebliche Neuerung auf dem Album. In "So Alt" reflektieren die Jungs ihre Jugend und das Dilemma des Erwachsenwerdens. Und das wirklich ernsthaft! Keine verrückten Vergleiche, kein Hurensohn Gebrülle, einfach ein wirklich "Deeper" Track , auf dem sie zeigen das sie auch ganz anders können. Für mich das größte Highlight der Platte.

Ansonsten sind wie oben schon erwähnt auch wieder einige Thementracks dabei, die allesamt sehr gut gelungen sind. In "Ohrfeige" kassieren die Jungs eben diese, was wohl hauptsächlich an Zeilen liegt wie:

Ich bin der Boss in diesem Haus,
was die Müllsäcke angeht: "Bring em out, bring em out"


In den anderen Tracks wird Deutschland in "Selbstjustiz" gerettet, Jörg Haider gehuldigt (Straight outta Kärnten) oder das Leben als Millionärssöhnchen "Preisschild" beleuchtet.Der einzige Feautretrack der Platte (System feat. Sido) ist eine traurige Offenbarung der Jungs, denn sie haben alle das selbe Problem:

Ich lieg unter der Decke,
onanier mit der Pinzette.


Und so hat man Sido wahrscheinlich noch nie gehört!

Ebenso gibt es auf der Platte einen weiteren Part der "Hurensohn Reihe" , bzw Hurensohn Episode I , eine Entschuldigung an alle Söhne käuflicher Frauen, auf denen K.I.Z. rumgetrampelt ist als ständen sie in Flammen.

Was die Beats angeht ist auf dem Album von Elektro bis Punk wieder alles vertreten und festigt die Vielseitigkeit, die man von den alten Alben gewöhnt ist.


Viel mehr kann man eigentlich nicht sagen, K.I.Z lässt sich einfach nicht mit Worten erklären, deshalb einfach mal ins Album reinhören. (z.B. Hier).

Für mich hat sich das lange warten gelohnt,viele werden das Album lieben, viele werden es hassen, dazwischen gibt es nicht viel. Aber wie mein K.I.Z. T-Shirt so schön sagt:

Wenn dus magst bist du cool, wenn nicht bist du ein Bastard!


Und ein kleines Zitat noch am Ende:

Ich warte vorm Klo und die Schlange ist lang,
bitte lasst mich durch ich bin der erste schwangere Mann.
Chilischoten Fegefeuer OOOOOOOH OOOOOOOOOH
Ich hör mich an wie Grönemeier AAAAAAH AAAAAAAAH


Tracklist:
01. Rohmilchkäse (01:23)
02. Lass die Sau raus (04:22)
03. Halbstark (03:17)
04. Rauher Wind (04:10)
05. Einritt (03:43)
06. Ohrfeige (04:18)
07. Straight outta Kärnten (02:49)
08. Selbstjustiz (04:00)
09. Scheiterhaufen (03:44)
10. Hurensohn Episode 1 (03:50)
11. Preisschild (03:58)
12. Auch Nutten wollen Pendlerpauschale (00:49)
13. Ringelpiez mit Anscheißen (03:22)
14. Das System (04:34)
15. Klopapier (02:27)
16. So Alt (04:08)
17. Töten (04:12)
18. Halbstark (04:47)


Montag, 29. Juni 2009

Alexisonfire - Old Crows / Young Cardinals

Mit „Watch Out!“ veröffentlichten Alexisonfire 2004 wohl eines DER Alben des Jahres und legten die Messlatte für das Genre verdammt hoch.
„Crisis“ folgte 2006 und dieses Jahr melden sie sich mit „Old Crows / Young Cardinals“ zurück.
In den drei Jahren zwischen „Crisis“ und dem aktuellen Release hat sich bei dem kanadischen Fünfer einiges getan.
Neben dem Erfolg von „City & Colour“ hat sich Wade MacNeil mit „Black Lungs“ auch einem Nebenprojekt gewidmet.
Bei so vielen Projekten und einer an sich talentierten Band wundert es natürlich auch nicht, dass die großen Labels aufmerksam werden und so debütiert „Old Crows / Young Cardinals“ auf dem Warner-Ableger Roadrunner.

Neben dem Label-wechsel hat sich jedoch auch sonst einiges getan und so ließ die Band bereits im Vorfeld verlauten
„We’ll put the knife into screamo.“

Und genau das merkt man von Anfang an. Die Shouts von George Pettit fehlen fast komplett und so wird nun auch von ihm mehr „gesungen“. Aber Shouts hin oder her, an Energie haben Alexisonfire auf keinen Fall verloren und das merkt man bereits beim Opener „Old Crows“ - und einen besseres Track des Albums hätte man nicht wählen können.
„We are not the kids we used to be.“

Zwar gibt es den gewohnten stimmlichen Wechsel von George, Wade und Dallas, es wird aber auch von Anfang an klar, dass man in eine neue Richtung geht und sich weiterentwickelt hat.
Mit “Sons of Privilege” gibt es dann auch schon einen der besten Tracks des Albums zu hören und es wird sogar politisch. Aber warum sollte ein derartiges Sprachrohr auch nicht genutzt werden.
„Sweet lady liberty -
You are lost, though you are free
And what hides beneath
Can’t tell the wolves from the sheep”

Das komplette Album weist eine extrem hohe Hit-Dichte auf, was nicht zuletzt an dem überaus guten Gesang von Dallas Green liegt. Aber auch ohne seinen Gesang weiß man zu überzeugen; bestes Beispiel ist da wohl „No Rest“, welches schon im Vorfeld als kleine Kostprobe via Myspace veröffentlicht wurde und wo man George Pettit so hört wie man ihn von früheren Releases kennt.
Das letzte drittel der Platte hat es gewaltig in sich. Mit „Emerald Street“, „Heading for The Sun“, „Accept Crime“ und „Burial“ sind hier wohl die Kracher des Albums zu finden.
„All the boys in the halfway houses
Wave to the girls of Emerald Street”

Bei “Emerald Streets” gibt es den gewohnten Wechsel aus Shouts und Gesang – aber so gekonnt wie bei Alexisonfire wird es leider viel zu selten eingesetzt und so wirkt es nie eintönig oder gar langweilig.
„There's no police between two beating hearts”

“Accept Crime” verdeutlicht einmal mehr, dass man auch ohne Dallas Green auskommen kann. Dieser kommt hier nur kurz zum Einsatz und so übernehmen George Pettit und Wade MacNeil den Rest. Überhaupt ist Wade MacNeil, wie schon bereits beim Vorgänger „Crisis“, wieder deutlich öfters zu hören.
Bei „Burial“, dem letzten Song auf „Old Crows / Young Cardinals“, beweist Dallas Green dann jedoch wieder, dass er es einfach drauf hat. Denn ehrlich gesagt gibt es nur sehr wenige die da stimmlich rankommen und wissen Songs so rüberzubringen wie er – und zwar mit jeder Menger Gefühl.


Alexisonfire haben sich weiterentwickelt, wissen aber trotzdem auch mit altbewährtem zu überzeugen. Das Rad haben sie ohnehin nicht neu erfunden – sie gehören aber ohne Zweifel zu den Besten des Genres.





1. Old Crows
2. Young Cardinals
3. Sons of Privilege
4. Born and Raised
5. No Rest
6. Northern
7. Midnight Regulations
8. Emerald Street
9. Heading for the Sun
10. Accept Crime
11. Burial



Freitag, 12. Juni 2009

Enter Shikari - Common Dreads

2007 war wohl DAS Jahr für die damaligen Newcomer von Enter Shikari.
Für den Fünfer aus England ging es von der Myspace-Band zum Überflieger.

2009, zwei Jahre nach dem Erstling „Take to The Skies“, folgt nun, nach ein paar EPs, ihr zweiter Langspieler in Form von „Common Dreads“.


Musikalisch geht es da weiter wo man mit der EP "The Zone" aufgehört hat und das heißt: weniger Shouts und mehr Message.

Los geht’s mit dem gleichnamigen Opener, für den sich die Herren was ganz besonderes einfallen lassen haben. Sie haben die Fans aufgerufen „We must unite“ in so vielen Sprachen wie möglich aufzunehmen und ihnen zu senden – so kann sich der ein oder andere jetzt im Intro wiederfinden.

Nach dem Opener folgt in gewohnter Enter Shikari-Synthie-Manier “Solidarity”.
Sehr angenehm fallen einem hier am Ende bekannte Zeilen aus dem Erstlingswerk auf

And still we will be here, standing like statues

Man fühlt sich nach den ersten vier Songs ganz klar an den Vorgänger erinnert –dem geneigten Zuhörer fällt jedoch auf, dass die Jungs nun etwas zu sagen zu scheinen.
So klingen sie in „Step Up“ und „Juggernauts“ schon recht politisch.

And you can find inbalance
You can destroy inbalance
And you can change your values
Step up today

Neben der textlichen Veränderung fällt ab “Juggernauts” auch die Entwicklung von Rou’s Stimme auf. Dieser klingt Mike Skinner von The Streets in manchen Teilen zum verwechseln ähnlich.

An fünfter Stelle lauert in Form von „Wall“ einer der stärksten Tracks des Albums – ein astreiner Sommertrack der aber auch weiß zum Denken anzuregen.

Its glorious outside

„Havoc A“ und „Havoc B“ bieten dank guter Sprechgesangseinlangen und Effekte eine gekonnte Abwechslung zum Rest der Tracks.

Mit „No Sleep Tonight“ wartet ein weiterer Kracher auf.

Als letzten Track bekommt man „Fanfare For The Conscious Man“ geboten und auch hier geben sich die Jungs wieder politisch.

I've just woke up to a land where killing is part of every day
and every mind in this intelligent species,
is near blinded into the battlefield, like its natural for us to break instead of build.
Unity's intrinsic the only cause worth fighting for,
all religions, colors and creeds.
Now we are the world, and we are the people.
We are the world and we are the people, and we will be heard.

We'll be together against this!
We'll be forever against this!


“Unity” wird hier scheinbar groß geschrieben und so sollte es auch sein – sehr gut gemacht.

Alles in Allem haben Enter Shikari einen sehr würdigen Nachfolger abgeliefert, der sich zwar stark vom Vorgänger unterscheidet aber auch mit altbewährtem überzeugen kann – so sollte für jeden etwas dabei sein.


1. Common Dreads
2. Solidarity
3. Step Up
4. Juggernauts
5. Wall
6. Zzzonked
7. Havoc A
8. No Sleep Tonight
9. Gap In The Fence
10. Havoc B
11. Antwerpen
12. The Jester
13. Halcyon (intro)
14. Hectic
15. Fanfare for the Conscious Man

Montag, 25. Mai 2009

Jazzkantine - Hell's Kitchen



Wir alle kennen diese Situation:
Man ist jung, erfolgreich, und hat aufgrund der neuesten Beförderung die Arbeitskollegen und den Chef zu einer kleinen Feierlichkeit in sein Loft eingeladen. Alles ist vorbereitet: Feinkost Käfer hat gerade das Büffet aufgebaut, Im Kamin flackert ein kleines Feuer und der Champagner hat eine Temperatur von genau 8° Celsius. Doch plötzlich der Schock! Man spielt jede CD im Bang und Olufsen CD Wechsler an und.........man merkt das man eigentlich gar nicht so ist wie es das Ambiente vermittelt: H2O, Beatsteaks und A Day to Remeber, daneben ein paar Klassiker wie AC/DC, Deep Purple und Aerosmith. Jetzt steht man also da, im 2000€ Armanianzug, und fragt sich wo man jetzt noch Musik herbekommt die man den Kollegen zumuten kann ohne seine Persönlichkeit komplett zu verleugnen während im Hintergrund die Eisskulptur langsam anfängt zu schmelzen.


Nie wieder werdet ihr in dieser Misere stecken!
Denn mit Hell's Kitchen haben Jazzkantine ein Album für genau diese Situationen abgeliefert: Jazzige Interpretationen von Klassikern der Rockgeschichte wie zB: Back in Black, Smoke on the Water und Walk this way.
Direkt im ersten Track "Highway to Hell" (Das Original dürfte auch manchen bekannt sein) kommt von der ersten Sekunde BigBand Feeling Pur auf und auch der Gesang kommt interpretiert von Tom Gaebel nicht zu kurz. Als danach "Jump" beginnt, bin ich erstmal kurz erstaunt, da ich mir nicht sicher bin ob es wirklich eine Cover Version von Van Halen ist. Als jedoch die Stimme von Sam Leigh-Brown einsetzt verfliegen alle Zweifel und ich fühle mich in einen kleinen Jazzclub irgendwo auf dieser Welt versetzt.
Weiter gehts mit "Nothing else matters" , auf diesen Track war ich mit am meisten gespannt als ich die Tracklist gelesen habe, hatten doch Metallica selbst mit ihrer Unplugged Version schon den ersten Schritt in diese Richtung gemacht. Und obwohl ich Xavier Naidoo eigentlich nicht mehr hören kann, so bringt er den Track doch genial rüber, und auch die Instrumentalisierung ist noch einen Schritt ruhiger und Gefühlvoller. Alle die die Unplugged Version schon geliebt haben, sollten hier auf jeden Fall reinhören.
Etwas rockiger geht es weiter mit einem Motörhead Cover von "Iron Horse", gesungen vom Jazzkantine Frontmann Cappucino. Und um nicht das Gefühl zu erwecken das hier alles gleich klingt, ist die Version von "Ain't talkin bout love" gesungen von Dr. Ring Ding sehr Reggaelastig und könnte vom Musikalischen auch vom ersten Jan Delay Album stammen.
In "Back in Black" wird die Schuluniform gegen einen Anzug mit Al Capone Hut getauscht und Max Mutzke stellt unter Beweis das er zu Recht die Casting Show von Stefan Raab gewonnen hat.
Als die ersten Töne von "Smoke on the Water" aus den Boxen kommen muss ich direkt an Two and a half man denken als Jake ein Asiatisches Wunderkind dazu bringt eben dieses Lied mit ihm auf einem Cello zu spielen. Sehr schöne Instrumentalversion die zwar ganz anders aber trotzdem unverkennbar "Smoke on the water" ist.
Beim inzwischen achten Track Paranoid frage ich mich ernsthaft ob ich noch ein Lied auf dieser CD finden werde das mir nicht gefällt. Wieder gesungen von Cappucino geht der Track runter wie Butter, und man kann nur sagen: Anhören und mitswingen!
Ich wage jetzt eine Behauptung aufzustellen: jeder der "I was made for loving you" hört wird spätestens beim Chorus nicht mehr aus dem Grinsen rauskommen, die wunderschöne Stimme von Pat Appleton verleiht dem Lied einen völlig neuen Charakter und könnte als perfektes Kuschelrock Material durchgehen.
Mit "Walk this way" wird es wieder etwas rockiger, und meiner Meinung nach ist das Cover im Vergleich zu den anderen sehr nah an seinem Original.
Der nächste Track "Strong Arm of the Law" ist mir bisher unbekannt, hat einen leichten Reggae Touch und hört sich mit der Stimme von Sam Leigh-Brown ebenfalls sehr angenehm an.
Zum Ausklang gibt es nochmal etwas ruhigere Töne mit "Hells Bells" und nach knapp 50 Minuten ist das Album dann auch schon durch.

Zusammenfassend kann man nur sagen: Genial! jeder der auch nur einen der Originaltracks auf dieser Platte kennt sollte unbedingt in die CD reinhören. Bereits nach dem ersten Track hatte ich schon ein Grinsen auf dem Gesicht, das sich auch die gesamten 50 Minuten gehalten hat. Zwar sind die Versionen nicht fürs "Abrocken" geeignet, sondern wohl eher zum Swingen, aber für gewisse Situationen ist "Hell's Kitchen" auf jeden Fall geeignet. Für entspannte Abende zu Hause, um runterzukommen und wenn man einfach mal genug von Verzerrten Gitarren oder Schreienden Sängern hat. Oder einfach nur um sich anzuhören was man mit Kreativität schaffen kann. Jedes einzelne Lied weiss auf seine Art zu überzeugen, und obwohl teilweise wirklich Welten zwischen Original und Cover liegen, ist die Essenz der Lieder jedes mal unverkennbar vorhanden. Natürlich kann man die Platte auch zerreissen und sagen Rock gehört dreckig und hart. Aber genau darum geht es ja: Den Liedern ein neues Gewand zu verpassen. Deswegen vorm reinhören mal alle Vorurteile beiseite legen und offen für was neues sein!

Hier für alle zum reinhören das Video zu "Highway to Hell"


Tracklist:
1) Highway to Hell (Vocals: Tom Gaebel)
Original: AC/DC
2) Jump (Vocals: Sam Leigh-Brown)
Original: Van Halen
3) Nothing else matters (Vocals: Xavier Naidoo)
Original: Metallica
4) Iron horse (Vocals: Cappuccino)
Original: Motörhead
5) Ain't talking bout love (Vocals: Dr. Ring Ding)
Original: Van Halen
6) Back in black (Vocals: Max Mutzke)
Original: AC/DC
7) Smoke on the water
Original: Deep Purple
8) Paranoid (Vocals: Cappuccino)
Original: Black Sabbath
9) I was made for loving you (Vocals: Pat Appleton)
Original: Kiss
10) Walk this way (Vocals: Tachi & Cappuccino)
Original: Aerosmith & RUN DMC
11) Strong arm of the law (Vocals: Sam Leigh-Brown)
Original: Saxon
12) Hell's Bells (Vocals: Louie)
Original: AC/DC


Montag, 18. Mai 2009

Samy Deluxe - Dis wo ich herkomm




Gute drei Wochen steht das neue Album von Samy Deluxe jetzt in den Regalen, und ungefähr genausolang hat es gedauert bis ich mich überwunden hatte es mir anzuhören.
Also habe ich letzte Nacht Napster angeschmissen (Ein Hoch auf die Musik-Flatrate) und mich seelisch darauf vorbereitet mein altes Deutschrap Idol auf Reggaeabwegen zu erleben.

Also nach einem tiefen Schluck aus der Heinekenpulle auf Play gedrückt und Daumen gedrückt:

Eine Stunde und zwei Minuten später verstummen die Kopfhörer und ich bin irgendwie......unentschlossen......

Samy Sorge ist älter geworden, nachdenklicher, verantwortungsvoller und vor allem anders. Das Album ist weder schlecht produziert noch sind die Texte schlecht, aber es ist nicht "Deluxe". Zwar gibt es im Intro noch immer das obligatorische "Ich bleib die Nummer eins" aber das war es dann auch, denn die Platte hat mit Selbstdarstellung und Profilierung ungefähr so viel zu tun wie das Zölibat.
Deswegen habe ich nach dem ersten Durchhören für mich auch beschlossen, das die Scheibe nicht von "Samy Deluxe" sondern von "Samy Sorge" ist.

Und mit dieser Einstellung lässt sich das Album meiner Meinung nach erst richtig bewerten. Denn im zweiten und auch Namensgebenden Track "Dis wo ich herkomm" macht Samy direkt klar das seine Ansichten über Deutschland sich extrem geändert haben. "Weck mich auf" war gestern, "Du bist Deutschland" ist heute! Allgemein zieht sich die Sicht auf Deutschland und die Veränderung von Samy zum Familienmensch durch das gesamte Album. Sei es in "Wer bin ich" eine Selbsreflektion und die Erkenntnis das nicht Besitz einen Menschen ausmacht oder "Musik um durch den Tag zu komm" (mit einem kleinen Afrob Gastspiel) einer Hyme für alle die sich Morgens zur Arbeit schleppen um sich und ihre Familie zu ernähren. Glänzen kann dieser Track vor allem durch den Seitenhieb auf die Medien und den "Supermodel-Superstar" Wahn. Denn er macht klar dass jeder Job wichtig ist, sei es Klempner oder Putzfrau, ganz egal ob er als "cool" gilt. Denn: "Der Bäcker wird Rapper, doch wer bäckt ihm das Brot?"

Das Highlight der Platte für mich ist aber der Track "Stumm", auch hier gibt es wieder eine geballte Portion Gesellschaftskritik aufs Brot, allerding mit einem sehr genialen Beat mit leichtem Elektrotouch und einer Background Stimme die dem ganzen eine gewisse Ruhe verleiht.

Alles in allem hat Samy "Deluxe" Sorge ein solides Album mit "Faust Hoch" Charakter abgeliefert, das sicherlich seine Liebhaber finden wird, und auch ich werde zumindest für Stumm noch ab und zu reinhören.


Tracklist:
1 - Intro
2 - Dis wo ich herkomm
3 - Bis die Sonne rauskommt
4 - Wer ich bin ?
5 - Wir sind keine Kinder mehr
6 - Vatertag
7 - Oma Song
8 - Superheld
9 - Erster
10 - Übers Geld ( Skit )
11 - Musik um durch den Tag zu kommen
12 - Stumm ( Xenja )
13 - Sowieso schwer
14 - Blick nach vorn
15 - Deshalb
16 - Sprech wie ich sprech



Freitag, 8. Mai 2009

Gallows - Grey Britain

Nach ihrem Debut „Orchestra of Wolves“ aus dem Jahr 2006 melden sich Gallows nun mit ihrem Nachfolger – dem Konzeptalbum – „Grey Britain“ zurück.
Behandelte das Erstlingswerk noch eine Handvoll Themen – vom Party machen bis hin zu Trennungsängsten – geht es nun nur noch um eins: London und der dort herrschende Zustand.

Beim ersten Hören der Cd mag sich manch einer denken „ist das die richtige CD?“ denn es scheppert nicht von Anfang an, ganz im Gegenteil. Das Intro „The Riverbank“ plätschert langsam vor sich hin bis einem nach knapp 2 Minuten Frank Carter entgegen brüllt – Gallows sind zurück und das angepisster als jemals zu vor!


„God help us now, we are ready... to die!“



Nach dem Opener geht es dann in Form von „London is he reason“ in gewohnter Gallows-Manier weiter, das anfängliche Plätschern ist zu einem Regen aus Drums und Gitarrenriffs geworden.
Neben Frank greift nun auch sein Bruder Stephan um einiges öfters als noch beim Vorgänger zum Mikro.


„We have no fear
We have no pity
We hate you
We hate this city.“



Wer jetzt denkt “so angepisst kann man auf seine Stadt doch nicht sein…“ der irrt sich, denn die Herren aus England schalten keinen Gang runter.
Beim ersten Akt von „the Vulture“ wird es dann erstmals ruhiger und Frank Carter präsentiert dem Zuhörer eine überraschend gute und cleane Gesangsstimme.
Die Stimmung schlägt in Akt II genau so schnell um wie das englische Wetter- und da ist sie dann auch wieder, diese unglaubliche Wut auf das Land in dem man lebt und aufgewachsen ist.


„Hell is where we made it!”



Mit seinen Aussagen meint es Fronter Frank Carter verdammt ernst, das ganze hat nichts mit PR oder „tough“ sein zu tun, er will den Leuten die Missstände in London, England und der Welt aufzeigen. Wo jeden Tag gemordet, vergewaltigt und teilweise leider nichts unternommen wird.

„ Mit ein bisschen Glück bringen wir die Leute endlich mal zum Nachdenken, so wie mir damals Rage Against The Machine den Kopf gewaschen haben.“


Nach einer, sehr intensiven, knappen Stunde (52:02min) ist dann Schluss mit „Grey Britain“ und das Album klingt mit einem fantastisch inszenierten Orchester aus.

„Great Britain is fucking dead so cut our throats, end our lives, lets fucking start again!”



Der Limited Edition liegt noch eine DVD mit dem “Grey Britain”-Film bei. Dieser wurde von Frank und Jonathan Carter geschrieben und Adam Powelll führte Regie.
Der Film besteht aus den 5 Tracks „the riverbed“, „London is he reason“, „I dread the night“, „the vulture (acts I & II)” und “misery” und befasst sich mit dem Thema des Albums an sich und mit den Songs im Speziellen.
Das sind wohl Eindeutig die Vorzüge des Major-Labels „Warner Musik“.


Für mich ist „Grey Britain“ auf jeden Fall eins der Highlights des Jahre und hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern diese auch übertroffen.





'The Riverbank'
'London Is The Reason'
'Leeches'
'Black Eyes'
'I Dread The Night'
'Death Voices'
'The Vulture (Acts I & II)'
'The Riverbed'
'The Great Forgiver'
'Graves'
'Queensberry Rules'
'Misery'
'Crucifucks'



Donnerstag, 9. April 2009

Punk Goes Pop Vol.2

So nennt sich der zweite Sampler - aus dem Hause Fearless Records – der, außer dem Namen herzlich wenig mit Punk am Hut an.
Hier wird gecovert was das Zeug hält und heraus kommen dabei mal gute und mal weniger Gute Versionen von bekannten Hits.
Auf dem Album befinden sich insgesamt 14 Songs von denen es für mich maximal 9 Stücke zu überzeugen wissen.

Los geht’s mit Justin Timberlakeswhat goes around comes around“ welches von Alasena gekonnt umgesetzt wurde. Es wird sich stark am Original orientiert und unnötige Breakdows oder deplatzierte Shouts werden größtenteils vernachlässigt – sind zwar vorhanden, aber mMn an den richten Stellen.

Als zweiter Track folgt „Apologize“, das seit „keinohrhasen“ jedem noch im Gehör sein dürfte. Silverstein liefern eine sehr gelungene Version ab und der Sänger beweist einmal mehr, dass er auch wirklich singen kann – top.

Nach zwei guten Titeln folgt die erste Teil-Enttäuschung. August Burns Red versuchen sich an „Hit me baby one more time“ – ja genau von Britney Spears.
Von Anfang an wird drauflos gedroschen und der Text runter gebrüllt. Ab und Zu macht das Hören Spaß, auf Dauer ist es jedoch etwas eintönig.

Kommen wird zu einer der Überraschungen der Platte: „when i grow up“ von den Pussycat Dolls.
Mayday Parade liefert hier ein 1-A cover ab – tanzbar, catchy und bekannt.
Top – so wird’s gemacht.

An Stelle fünf sind die Jungs von A Day To Remember zu finden. Sie haben sich The Fray’s „cable car (over my head)“ vorgenommen und ebenfalls alles richtig gemacht. Wie schon bei Silverstein wird auch gezeigt, dass der Sänger mehr als nur shouten kann und an den richtigen Stellen wird’s dann auch mal ne Stufe härter. Man bleibt dem Original Song dennoch nahe.

Die Tracks 6-10 sind in meinen Augen nichts Halbes und nichts Ganzes und für den europäischen Markt auch völlig fehl am Platz, da manche der Songs hier völlig unbekannt sind.
Nur Baysides Version von „beutiful girls“ weiß zu überzeugen.

Mit Track 11 gibt’s dann wieder was gutes auf die Ohren.
The Cab machens hier genau richtig. Sie haben sich „disturbia“ geschnappt und sind nah bei Rihannas original geblieben ohne einfach nur „nachgesungen“ zu klingen.

Nach Rihanna gibt’s dann wieder Britney Spear – diesmal mit „toxic“ von A Static Lullaby.
Es ist eigentlich wieder das selbe wie schon bei „hit my baby one more time“ – diesmal nur besser.

Als vorletzter Song ist dann nochmal ein richtiger Leckerbissen zu finden „love song“ von Four Year Strong. Auch sie haben alles richtig gemacht – catchy, tanzbar und man kann ohne Probleme auch mal mitsingen – Super.

Last and definetly last dann DIE Enttäuschung schlechthin. Katy Perrys Nr. 1 Hit „i kissed a girl“.
Ein 0-8-15 Elektorbeat ne gepitchte Stimme und das wars – oder auch nicht.
Denn wenn man denkt schlechter geht’s nicht kommen gegen Ende noch völlig unnötige Kindergarten Breaksdowns und shouts dazu. Attack Attck! Zeigen einem wies nicht gemacht wird.

Grade im Sommer kommen ein paar der Songs unheimlich gut.
Bevor man hier zuschlägt empfehle ich jedoch vorher mal bei Myspace oder sonst wo in die Platte reinzuhören.





Hier nochmal die Komplette Tracklist:

Alesana "What Goes Around" (originally performed by Justin Timberlake)
Silverstein "Apologize" (originally performed by OneRepublic)
August Burns Red "...Baby One More Time" (originally performed by Britney Spears)
Mayday Parade "When I Grow Up" (originally performed by Pussycat Dolls)
A Day To Remember "Over My Head" (originally performed by The Fray)
Escape the Fate "Smooth" (originally performed by Santana feat. Rob Thomas)
Therefore Tomorrow "Ice Box" (originally performed by Omarion)
Chiodos "Flagpole Sitta" (originally performed by Harvey Danger)
Bayside "Beautiful Girls" (originally performed by Sean Kingston)
Breathe Carolina "See You Again" (originally performed by Miley Cyrus)
The Cab "Disturbia" (originally performed by Rhianna)
A Static Lullaby "Toxic" (originally performed by Britney Spears)
Four Year Strong "Love Song" (originally performed by Sara Bareilles)
Attack Attack! "I Kissed a Girl" (originally performed by Katy Perry)